Können wir unsere Flächen für die Windenergie effektiver nutzen, wenn wir Abstände zu Drehfunkfeuern und Radaranlagen reduzieren?

Unser Ziel ist, die Stromversorgung der gesamten Bundesrepublik Deutschland durch erneuerbare Energien sicherzustellen. Doch dies ist nur möglich, wenn wir unsere Flächen effektiv für den Ausbau von Windkraftanlagen nutzen. In den letzten Jahren wurde der Bau von neuen Anlagen immer wieder durch komplizierte und langwierige Bauvorschriften verhindert.


Besonders die Abstandsregelungen zu Drehfunkfeuer- und Radaranlagen erschweren die Planungen oder machen sie für ganze Regionen sogar unmöglich.

Früher wurden Drehfunkfeuer und Radaranlagen zur Überwachung des Flugverkehrs im Luftraum genutzt, jedoch ist diese Technik in die Jahre gekommen. In Deutschland werden derzeit noch über 55 Drehfunkfeuer mit Doppeler-UKW-Technik durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) betrieben.

Beim Bau von neuen Windenergieanlagen muss ein Abstand im Radius von 15 Kilometern um diese Anlagen eingehalten werden. Allein durch diese Vorgaben wurden 2019 über 1140 neue Windkraftwerke verhindert.

Seit dem Jahr 2020 werden auf Grundlage der WERAN-Studie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt die Abstände für Drehfunkfeuer mit Doppel-UKW-Technik nicht mehr auf 15 Kilometer festgelegt, sondern nur noch mit einem reduzierten Abstand von 10 Kilometern. Bereits durch diese Änderung wurden im Jahr 2020 nur noch 418 Bauvorhaben mit Windkraftanlagen blockiert. Mit einer zusätzlichen Reduzierung des Abstandes bei einfachen UKW-Drehfunkfeuer ebenfalls auf 10 Kilometern, können ca. 1.000 Megawatt zusätzlich erneuerbare Energie erzeugt werden.

In Deutschland stehen nicht nur Drehfunkfeuer, die durch die Deutsche Flugsicherung betrieben werden. Zusätzlich betreibt die Bundeswehr eigene Anlagen, die ausschließlich für militärische Belange der Bundesrepublik genutzt werden, hierzu zählen auch die 57 Drehfunkfeuer und Radaranlagen in Schleswig-Holstein. Durch eine Reduzierung des Abstandes können auch hier bis zu 289 Megawatt zusätzlicher Windstromproduktion gebaut werden.

Durch eine potenzielle Verpflichtung zur Verwendung von Satellitennavigation bei Flugzeugen im deutschen Luftraum, würde eine Nutzung der Drehfunkfeuer überflüssig. Dadurch könnten, nach Aussagen der Deutschen Flugsicherung, ungefähr 37 weitere Standorte in den kommenden Jahren wegfallen. Mit dem Wegfall dieser Drehfunkfeuer können eine Vielzahl von Windkraftanlagen im gesamten Bundesgebiet gebaut werden.

Wir als SPD-Bundestagsfraktion setzen uns daher für eine generelle Herabsetzung des Abstandes zu Drehfunkfeueranlagen ein, um den Bau von weiteren Windkraftanlagen zu ermöglichen und damit die Energiewende weg von den fossilen Brennstoffen zu ermöglichen.

Bengt Bergt